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    ANTHROPOZÄN
    KÜNSTLICHE INTELLIGENZ
    DAS ENDE? TEIL 3
    09. Oktober 2017

    Die besondere Affinität des Gehirns zur Welt des Cyberspace beruht – wie in Teil 2 beschrieben – primär auf gesunden kognitiven Prozessen, denen, ganz im Gegenteil zur herrschenden Auffassung, zunächst überhaupt nichts Pathologisches anhaftet. Diese Tatsache, so befremdlich sie auch sein mag, ist für die Epidemiologie der Internetabhängigkeit der Menschen, die im Netz ihrem Gehirn freien Lauf lassen, von zentraler Bedeutung und lässt deren Verhalten in einem ganz anderen Licht erscheinen. Sind sie doch eher Opfer ihres Gehirns, statt es im Zaum zu halten oder es gar kontrollieren zu können. Dem Gehirn ist nicht zu trauen – es tendiert dazu, ein Eigenleben zu führen.

    Es ist die auf Virtualität beruhende Weltrepräsentanz, mit der sowohl Gehirn als auch Cyberspace operieren und beide auf so fatale Art und Weise zusammenschweißt: Denn ganz im Gegensatz zur herkömmlichen Realität sind die kognitiven Hirnprozesse in den irrealen Sphären des Cyberspace kaum gefordert und haben leichtes Spiel – in ihnen gibt es nichts, das ins Virtuelle transformiert werden müsste: Schein und Sein sind identisch, die Dinge gestanzt und eindimensional und deren Sinn täuschend bunt, aber schal – eine seichte Welt ohne Geheimnis. Das von Hause aus träge Gehirn hat sich in der ihm extrem affinen Welt der Algorithmen eingerichtet und baut sich konsequenterweise neuroplastisch um.

    Allein schon am BLICK DES USERS werden diese Veränderungen rein äußerlich besonders deutlich. Hatte man früher noch behauptet, die Augen des Menschen seien der Spiegel der Seele, so findet sich heutzutage im Userblick kaum mehr Beseeltes wieder: Dem einst aufmerksam oder ziellos durch die Umgebung schweifende Blick ist die Welt draußen aus dem Fokus geraten, stur gesenkt und wie abwesend aufs Display des Smartphones fixiert – dem Graphical User Interface, das der IT-Technologie zufolge genau jene Stelle und Ort markiert, an welcher der User mit seiner Weltmaschine in Kontakt treten kann. – Das DISPLAY, die Pforte zur Userrealität, von Panzerglas gedeckelt und flach wie eine Scheibe – die Chimäre eines Orts.

    Die grellbunte, mit Icons übersäte Benutzerschnittstelle muss natürlich auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Users zugeschnitten sein, sonst kann er, der zunehmend Überforderte, seinen Weg in die ersehnten Sphären nicht finden. Um ihn nicht hängen zu lassen, haben die IT-Experten eigens für ihn das sogenannte usability engineering ins Leben gerufen und überschütten den Bedürftigen mit immer wieder neuen und noch attraktiveren Produktsensationen – dem User gehen die Augen über:

    Das Highlight ist das große, nahezu randlose DISPLAY. Bereits der Vorgänger sorgte mit seinem DISPLAY, einigen innovativen Techniken und der ungewöhnlichen Platzierung der Selfie-Cam für Aufsehen. So hat das erste etwa einen Ultraschall-Näherungssensor und einen Speziallautsprecher, der unter dem DISPLAY liegt. Diese Technik ist einzigartig und ermöglicht das radikale Design, das diesen Trend fortführt, im Inneren aber mit verbesserter Hardware überrascht. So lässt sich das Gerät mit den aktuell schnellsten Mobilprozessoren nicht lumpen. Das DISPLAY fällt mit 5,99 Zoll kleiner als das des Vorgängers aus, es hat ein Seitenverhältnis von 18:9 und löst mit 2.160 x 1.080 Pixel auf. An drei Seiten ist es randlos und auch an der Unterseite hat sich die Breite des Rahmens um 12 Prozent gegenüber dem Vorgänger verringert. In diesem unteren Teil des DISPLAY-Rahmens sind die Front-Kamera und die Benachrichtigungs-LED verbaut. Das ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, bedeutet aber, dass das Gerät ohne die bekannte Lasche im oberen Teil des DISPLAYS auskommt - optisch auf jeden Fall ein Vorteil. Die Kamera schießt Fotos in 12 Megapixel. Der Arbeitsspeicher wird 6 GByte groß sein, der Datenspeicher hat entweder 64, 128 oder 256 GByte. Zudem verfügt der Akku über eine Kapazität von 3.400 mAh ...

     ... und so weiter und so fort. Aber was soll’s? Ein leichtes Tippen aufs Panzerglas seines berührungsempfindlichen Handys genügt dem User jedenfalls, um sich erst einmal getrost auf den Weg zu machen. Das Glas – auch GORILLA GLASS genannt – soll mit seiner Version 5 bereits 80% aller Stürze aus 1,6 Metern Höhe auf harte Oberflächen überstehen. Na also, welcher User will sich schon eine SPIDER-APP einhandeln – ein Netz auf dem Netz? Aber was soll’s? Auf in die unendlichen Weiten der Verheißung, ein sachtes Anklopfen genügt – SESAM ÖFFNE DICH!

    Das Cyberuniversum aber ist kein grenzenloser Raum, für den der User es hält, denn wie das physikalische, so ist auch das virtuelle begrenzt. Mit dem eklatanten Unterschied allerdings, dass es im Vergleich zum Kosmos im Cyberspace nichts Natürliches oder Fremdes, geschweige denn Mysteriöses zu entdecken gibt, wie beispielsweise ein schwarzes Loch, eine Supernova oder eine Außerirdische Intelligenz, nein, im Cyberspace sammelt sich ausschließlich Menschliches an – allzu Menschliches, und zwar jeden Moment mehr. Wie über eine unvorstellbar große Müllkippe, über die sich Myriaden von Artefakte menschlichen Denkens und Fühlens, Wollens und Meinens, Hassens und Irrens ergießen – in einen Raum. der eigentlich keiner ist. In dessen algorithmischen Landschaften führt nirgends ein Weg in unbekanntes Terrain, vielmehr nur immer wieder dorthin, wo andere längst waren, animiert von Links und Hyperlinks – ein irre gesponnenes Netz, in dem sich ausnahmslos das verfängt, was vom User in die Megamaschine hineingestopft bzw. „eingestellt“ wird. Eine WELTKOMMUNIKATIONSKONSUMMASCHINE, wie er vermeint, voller FRIENDS und FOLLOWERS, SHARES und LIKES, vor allem aber überbordend vor grellbunten Verheißungen, die dem User die Erfüllung seiner Begierden und Obsessionen verspricht – eine wirklich freie Welt, in welcher der Pornomarkt boomt wie nirgends sonst. Manche können schon nicht mehr anders.

    In Wahrheit aber ist der User im Cyberspace allein und auf sich zurückgeworfen. Ist das SELFIE nicht der Beweis dafür? Der alles Wollende spiegelt sich im Netz ohne es zu wollen und hinterlässt doch seine Spuren – sein PROFIL ist begehrt. Eine digitale Usermonade, die von sozialen Medien träumend Gemeinschaftlichkeit halluziniert. Gefangen in ihrem illusionären Wahn und abgeschottet von der Realität während Natur und Kosmos in der CLOUD verdunsten.

    Einige Stichpunkte zur Situation (zitiert aus einem Artikel in Spektrum der Wissenschaft. Juliette Irmer: Warum wird uns die Natur immer fremder?)

    Heute verbringen Kinder einen großen Teil ihrer Zeit in Innenräumen. Mit der Natur kommen sie kaum noch in Berührung. Der Trend scheint eindeutig.

    Jugendreport Natur. 7. Report 2016. Die Distanz zur Natur wird immer größer. Grundlegendes Wissen geht verloren. 35 Prozent der Befragten wussten nicht, wo die Sonne aufgeht. Ein Fünftel kreuzte "Norden" an. Nicht wenige gehen davon aus, dass man tropische Früchte aus dem Supermarkt im Wald draußen sammeln kann.

    Im deutschsprachigen Raum wird das Thema Natur im Alltag kaum wahrgenommen. In Amerika und England hingegen gibt es ein wachsendes Bewusstsein dafür und eine Vielzahl von Studien – NATURE DEFICIT DISORDER. Schon die Elterngeneration hat wichtige Verbindungen zur Natur verloren und kann sie daher auch nicht mehr für ihren Nachwuchs knüpfen. Viele Kinder kennen heute nur noch wenige einheimische Tierarten. Naturbegriffe verschwinden auch aus Songtexten, Romanen und Filmen.

    Laut einer Studie der Vereinten Nationen leben mittlerweile 75 Prozent der Bevölkerung in den Industriestaaten in Städten, eine Tendenz, die sich in den nächsten Jahrzehnten verstärken wird. Und wer in der Stadt aufwächst, hat selten die Möglichkeit, Baumhütten zu bauen und Tiere zu beobachten. Früher war es selbstverständlich, sich als Kind ein Einmachglas mit Kaulquappen zu holen und die Umwandlung zum Frosch zu beobachten. Heute macht man sich damit strafbar. Wenn sich aber niemand mehr für die belebte Natur interessiert, woher kommen dann die zukünftigen Naturschützer? So sterben nicht nur Insekten und Vögel aus, sondern auch diejenigen, die sie auseinanderhalten können. Soweit der Bericht.

    Im Gegensatz zur natürlichen Umgebung besitzt der Cyberspace keine Topografie. Er ist strukturlos und diffus. Ein virtueller, sich praktisch jeder Vorstellung entziehender Raum, der am ehesten vielleicht an eine riesige Disk erinnert, die dem User den Kopf abtrennt. Im schier endlosen Wirrwarr der ihrer Körperlichkeit und Bedeutung entkleideten Dinge ist er jedenfalls aufgeschmissen – sein Orientierungssinn hat keine Chance. Wo sind die GUIDES, die APPS und LINKS?

    Aber weiß der User eigentlich immer so genau, wohin er im Netz will? Voll innerer Unruhe getrieben von Langeweile und Ablenkungssucht. Surft er nicht am liebsten durchs Netz wenn er ehrlich ist? Durch die Sphären seiner neu gewonnenen Realität zu treiben, ist seine klammheimliche Sucht – ein Besinnungsloser, der bald vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Sein Gehirn verführt ihn dazu – was heißt hier schon Baum, was Wald?

    Menschlich gesehen ist der User ein eher schwächlicher Typ, droht ihm doch das Leben draußen abhanden zu kommen, das ihm schnöde zum Alltagsallerlei zusammenschrumpft. Ein Tag gleicht dem anderen – und täglich grüßt das Murmeltier. Immer weniger findet sich der Unsichere in seiner in die Jahre gekommenen Realität zurecht, weil er bis zum Kopf im Cyberspace feststeckt. Nur damit ihm nichts entgeht. Aber nicht nur im Cyberspace auch im Öffentlichen Raum ist der Bemitleidenswerte auf Unterstützung angewiesen. Ohne NAVI kann er’s beispielsweise vergessen. Der entsinnlichte Sinn – der DIGITALISIERTE BLICK .

    Aber auch sich selbst gegenüber fremdelt der User. Dass sich sein Wahrnehmen, Denken und Erinnerungsvermögen verändern, scheint er am allerwenigsten mitzubekommen. Selbst sein Innerstes ist affiziert – seine Gefühle, ja sein Wesen, der User aber will es nicht wahrhaben. Längst hat er sich ans Seichte des Virtuellen gewöhnt das ihn innerlich verkümmern lässt.

    Ohne Netz ist der User ein eher unaufmerksamer und hibbeliger Zeitgenosse. Latent unsicher und misstrauisch. Vor allem der äußeren Welt gegenüber, die er mit Argusaugen belinst, wenn er schon mal hinschauen muss. Im Netz aber ist er für gewöhnlich im Rausch und deshalb auch leicht auf die falsche Seite zu ziehen. Weniger politisch oder gesellschaftlich allerdings, sondern vielmehr kommerziell: Der User konsumiert ums Verrecken gern und lässt sich dabei rasch über den Tisch ziehen, der Rest ist ihm egal. PARSHIP – keine Chance soll ihm entgehen. Aber verdammt, die schnöde Realität!

    Just dies ist der Augenblick, in dem die KÜNSTLICHE INTELLIGENZ die Szene betritt. Maschinen also, die dem User versprechen, ihm seine Lebenstüchtigkeit zurückzugeben und dabei helfen sollen, seine Alltagsschwächen zu kompensieren: Der Benutzer wird zum Benutzten. Freiwillig und ohne mit der Wimper zu zucken. Was soll er auch machen? Ohne Maschinen ist er schlichtweg verloren – das Einfallstor für den globalen Kommerz, der den Hilflosen durchs Leben schleust und abkassiert. Ein Teufelskreis, der den vom Turbokapitalismus schon ohnehin Geschwächten endgültig in die kognitive Verwahrlosung treibt und ihn in seinen Filterblasen zappeln lässt. Wer weiß, ob er sich daraus je wieder befreit?

    Fortsetzung folgt

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  • flash
    flash
    ZERO
    05. Oktober 2017

    WAS WÄRE DENN, WENN STEPHEN PADDOCK TATSÄCHLICH GÄNZLICH OHNE MOTIV GEHANDELT HÄTTE? EINFACH SO. DANN HÄTTEN WIR ES – ZUM ERSTEN MAL KLAR BELEGT – MIT EINEM TÄTERTYPUS ZU TUN, DER NACHGERADE PERFEKT ZUM ZUSTAND UNSERER GEGENWART PASST.

    DENN DAS GEHEIMNIS SEINER TAT WÄRE, DASS ER KEINES HATTE. DIE SCHRANKEN SIND GEFALLEN, ZIVILISATORISCHE HEMMUNGEN SCHNEE VON GESTERN. REALITÄT IST VIRTUELL UND VIRTUALITÄT REAL.

    MIXED REALITY – WAS MÖGLICH IST, IST MÖGLICH, DIREKT UND OHNE UMSCHWEIFE. SELBST DAS DESTRUKTIVE BRAUCHT KEINE UMMANTELUNG MEHR, UM SICH SINN ZU GEBEN – PLÖTZLICH IST ES DA UND BRICHT SICH BAHN.

    DIE TRIVIALISIERUNG DES LEBENS HEIßT AUCH, ES BIS AUF DIE KNOCHEN ZU RADIKALISIEREN.

    „ICH HOFFE, SIE FINDEN EINEN TUMOR IN SEINEM KOPF“, SAGT PADDOCKS BRUDER, DER SICH DIE SACHE SCHÖNREDEN WILL.

    ABER SEINE HOFFNUNGEN WERDEN SICH VERMUTLICH NICHT ERFÜLLEN!

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  • MIERDA
    MIERDA
    WIEN, WIEN, NUR DU ALLEIN . . .
    25. September 2017

    Kürzlich machte ein Experiment der Universität Wien (Institut für Psychologische Grundlagenforschung und Forschungsmethodik) Schlagzeilen, das bei Männern vermutlich für Furore sorgte: „Frauen bewerten Bilder von männlichen Gesichtern als attraktiver und daten diese Männer eher, wenn sie zuvor Musik gehört haben“, ließ die Pressestelle der Universität verlauten. FOCUS Online reagierte prompt: „So erhöhen sie ihre Chancen auf einen One-Night-Stand!“, informierte das Magazin die Männerwelt.

    Wow, welch bahnbrechende Erkenntnis, könnte man meinen, bricht ob der Klamotte jedoch spontan in schallendes Gelächter aus. Doch halt, die Grundlagenforscher meinen es todernst:

    „Je größer die musikalische Erregung, desto größer ist der Effekt von Musik auf die sexuelle Anziehung.“ (Kurze Frage: Soll jetzt jeder Mann beim SACRE DU PRINTEMPS einen Orgasmus bekommen wenn eine Frau dirigiert?) „Musik ist Teil jeder Kultur, aber der Ursprung von Musik gibt nach wie vor große Rätsel auf. (So ist es. Trotzdem schön, dass es sie gibt!) „Warum investieren Menschen so viel Energie, Zeit und Geld in Musik?“ (Ist doch besser als in Drogen, oder?) „Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Entstehungstheorien, und einige davon betonen die biologischen und sozialen Aspekte von Musik. Charles Darwin meinte z.B. im Rahmen seiner Evolutionstheorie, dass sich Musik durch sexuelle Selektion entwickelt hat.“ (Aha Sex – der zieht immer, um in die Schlagzeilen zu kommen. Es gibt aber auch andere Theorien: Wie wär’s zum Beispiel mit der Mutter-Kind-Beziehung und dem Lullaby?) „Die motorischen und kognitiven Fähigkeiten, die beim Musizieren notwendig sind, dienen dabei als Indikator für gute Gene und erhöhen somit den Fortpflanzungserfolg. Dies ist vergleichbar mit dem Gesang von Vögeln in der Paarungszeit.“ (Welch windschiefer Vergleich, beim Menschen ist es doch genau andersherum. Hier sind nur die Frauen aufgebrezelt, und die Männer singen nicht, sondern wollen nur vögeln!) „Derzeit gibt es nur wenige empirische Befunde, die Darwins Theorie zum Ursprung von Musik stützen.“ (Wie schade. Aber jetzt kommt’s:) „Wir wollten ein neues experimentelles Paradigma anwenden, um die Rolle von Musik bei der Partnerwahl zu untersuchen. Die Attraktivität des Gesichts ist eines der wichtigsten körperlichen Merkmale, welche die Partnerwahl beeinflussen kann. Wir wollten herausfinden, wie Musik die Wahrnehmung dieses Merkmales verändern kann.“ (Ach so? Das ist doch sattsam bekannt!) „Da Musik vor allem vor der Technologisierung immer im Hier und Jetzt stattfand ...“ (Musik ereignet sich immer im Hier und Jetzt. ‚Musik befreit Zeit von Zeitlichkeit’ hat schon Novalis gesagt.) „ ... und meist im sozialen Kontext erlebt wurde, ist es plausibel anzunehmen, dass Musik die visuelle Wahrnehmung von Gesichtern positiv beeinflussen könnte.“ (Verdammt alter Zopf! Die Grundlagenforscher haben offenbar keine Ahnung von ihrem Metier: Als Ingrid Bergmann einmal von ihrer Tochter auf CASABLANCA angesprochen wurde, in dem die Bergmann an der Seite von Humphrey Bogart (Rick) und Paul Henreid (László) die weibliche Hauptrolle spielte, erzählte sie ihr, Michael Curtiz, der Regisseur, hätte sie schier in den Wahnsinn getrieben, weil er das Drehbuch erst während des Drehs konzipierte und Tag für Tag niederschrieb. So hätte sie nie gewusst, wie es weitergeht, geschweige denn, für welchen der beiden Rivalen sie sich am Ende entscheiden würde. Also hätte sie den beiden gegenüber eher neutral gespielt und sich dabei gedacht, die Filmmusik würde es dem Zuschauer am Ende schon verraten wer der Auserwählte sei!)

    „In ihrem Experiment präsentierten die WissenschaftlerInnen den heterosexuellen TeilnehmerInnen instrumentale Musikausschnitte, die in Bezug auf ihren emotionalen Gehalt variierten, gefolgt von Bildern von einem gegengeschlechtlichen Gesicht mit neutralem (Sic!) Gesichtsausdruck (Schon wieder die Bergmann!). Das Gesicht wurde in Bezug auf seine Attraktivität auf einer Skala bewertet. Zudem wurde auch die Bereitschaft, diese Person zu daten, erhoben. In der Kontrollgruppe wurden nur Gesichter ohne Musik präsentiert. Es gab drei Gruppen von TeilnehmerInnen: Frauen in der fruchtbaren Phase ihres Zyklus, Frauen in der unfruchtbaren Phase ihres Zyklus und Männer. Diese Gruppen waren sich in ihren musikalischen Vorlieben und ihrer musikalischen Ausbildung, sowie in ihrer Stimmung vor dem Experiment und in ihrem Beziehungsstatus ähnlich.“ (Was man nicht alles bedenken muss, um aufwühlende Ergebnisse zu erzielen!) „Die Resultate zeigten, dass Musik zu erhöhter Attraktivität von männlichen Gesichtern und Bereitschaft zu einem Date bei Frauen führte. Die Zyklusphase hatte keinen großen Einfluss auf die Bewertungen.“ (Von wegen Paarungszeit!) „Vor allem hoch erregende und somit komplexe Musik führte zum größten Effekt im Vergleich zur Kontrollbedingung. Bei Männern konnte dieser Effekt nicht nachgewiesen werden.“

    Trotz allem, der letzte Satz hat’s in sich und birgt wahrlich Sprengstoff. Denn wieder einmal bekommt der Mann sein Fett weg – und das auch noch wissenschaftlich unterfüttert. Offenbar ist er ein Ignorant und mit seinen Vogelkollegen in keiner Weise vergleichbar. Wer ist er denn, die Frauen so im Regen stehen zu lassen, wenn sie sich in aufreizende Klangwolken hüllen, um ihrem Look den ultimativen Kick zu verleihen, nur um ihn aufzugeilen? Offenbar hat er jeglichen Sinn für Romantik und betörende Musik verloren, das Weichei. Wo ist der Macho geblieben, der die Frau einst erst mal tanzen ließ, bevor er richtig zupackte – zu welchen Klängen und Rhythmen auch immer? Hat er denn vor lauter Feminismus derart Muffensausen, dass er seine erotischen Instinkte unter der Vorhaut versteckt, wenn er angemacht wird, vor lauter Angst, er könne falsch reagieren und sich lächerlich machen? Die Männer scheinen nur noch der Schatten ihrer selbst. Selbst die Spermien kommen ihnen allmählich abhanden, was ebenfalls wissenschaftlich belegt ist.

    Und dennoch, hinsichtlich ihres musikalischen Affronts sollten die Männer den Frauen wenigstens etwas entgegen kommen. Und das vielleicht auch nur, um das weibliche Vorurteil, der Mann von heute sei passiv und unbedarft, endlich aus der Welt zu schaffen. Folglich sollte sich der Mann den Frauen künftig nur noch musikalisch präsentieren, wenn er geil ist. Bei Schwulen aber sollte er vorsichtig sein, das sind nämlich Männer, die auf Musik anspringen. Aber die wurden von den Forschern nasskalt übergangen, offenkundig sollte das Experiment eindeutige Ergebnisse liefern und die Sache nicht unnötig verkomplizieren.

    Aber wie auch immer, um sich entsprechend zu präsentieren könnten die Heteros beispielsweise in einer Lounge ohne Muzak Platz nehmen, mit einem zweiten Handy unterm Jackett oder in der Hosentasche verborgen, aus dem supercoole Musik erklänge, von sanften, aber unerbittlichen Rhythmen unterlegt – die Frauen in der Lounge gerieten außer Rand und Band und würden sie wegen eines ONE-NIGHT-STANDS nur so umschwirren, wie das Wiener Grundlagenexperiment ja nahelegt. Auf einem Dating Portal hätte es der Hetero allerdings leichter, mit geilen Klängen und seinem Bild in der WEBCAM. Aber welcher Song wäre der richtige, welche Musik, verdammt, um die Frauen in der Lounge oder im Netz so richtig in Ekstase zu versetzten?

    In dieser Frage flüchten sich die Wiener Forscher ins Vage. Offensichtlich wollen sie sich keine Blöße geben, schließlich ist Musik reine Geschmackssache, wie jedes Kind weiß: Was die eine antörnt, törnt die andere ab. Also stehlen sich die Experimentatoren aus der Affäre und werden sybillinisch: „Die instrumentalen Musikausschnitte variierten in Bezug auf ihren emotionalen Gehalt. ... Vor allem hoch erregende und somit komplexe Musik führte zum größten Effekt!“ – Musik ohne Gesang, okay! Aber was heißt „hoch erregend“? Hoch erregend kann vieles sein – ein Instrumentalmedley der Stones zum Beispiel oder Berlioz Romeo und Julia. Es kommt da eben ganz auf die Frau an. Und „komplex“? Hauptsache das Mädel hat keine Komplexe, wenn sie ihren ONE-NIGHT-STAND einfordern will.

    Auch der Blick in die Studie selbst, publiziert in PLoS ONE 12(9): Marin, M. M., Schober, R., Gingras, B., & Leder, H. (2017). Misattribution of musical arousal increases sexual attraction towards opposite-sex faces in females bringt den Ratlosen nicht weiter und erhärtet den Verdacht des gewollt Nebulösen: „Eighty excerpts of 19th-century piano solo music were chosen from the stimulus set. ... This musical style was selected because it is mostly unfamiliar (!) to participants, and because we previously showed that music in this style can be used to prime the emotional processing of environmental scenes.“ 

    Unfamiliar? Durften die Probanden die Musik nicht mögen, die sie eigentlich elektrifizieren sollte? Sollte sie ungewohnt, unvertraut und fremd auf sie wirken? Wie konnte sie dann sexuelle Gefühle provozieren? Waren die weiblichen Probanden allesamt Masochistinnen? Kein Wunder, dass den Männern bei den achtzig (!) Ausschnitten antiquierter Klaviermusik aus dem 19. Jahrhunderts nicht das Herz überging. Beethoven, Schubert oder Chopin sind nun alles andere als Heißmacher. War da etwa auch die Hammerklaviersonate dabei? Und die sollte die Frauen heiß gemacht haben? Warum dann nicht gleich Gregorianische Gesänge auf der Playlist, die wären zwar von vorvorgestern, aber momentan ziemlich in.

    Verdammt, haben die Grundlagenforscher denn noch nie etwas von Baby-Making Music gehört? I Wanna Sex You Up von Color Me Badd beispielsweise. Der Song ist auf der Playlist von Spotify – also selbst in Wien für jedermann ohne großen Aufwand zugänglich. Die Ergebnisse wären wahrlich berauschender gewesen und die Männer mit Spaß an der Sache, soviel ist sicher.

    Etwas erfreulicher hingegen mag für manche Heteros die Nachricht klingen, dass die Wissenschaftler ein neues Experiment planen: Nun wollen sie nämlich untersuchen, inwieweit „musikalische Fähigkeiten und Kreativität Schwächen in Bezug auf körperliche Erscheinung und Fitness zum Teil (!) kompensieren können.“ Das Experiment lässt hellhörig werden, bietet sich vielleicht doch bald auch den Hässlichen die Chance, allein durch Musik wenigstens teilweise etwas ansehnlicher zu erscheinen. Wie wär’s in diesem Zusammenhang beispielsweise mit dem altbekannten Song „Man müsste Klavier spielen können, wer Klavier spielt, hat Glück bei den Frauen!“ als erotischer Stimulus? Diesen Gassenhauer ins Experiment einzubauen wäre doch mal eine Idee. Wenn der aber nicht wirkt, könnten die Männer ja die Flucht nach vorn ergreifen und sich selbst ans Klavier setzen. Klavierspielen kann man auch noch im Erwachsenenalter lernen.

    Wem das aber alles nichts hilft, sollte den ganzen Kram vergessen, sich entspannt vor seinem Laptop fläzen und sich seinen Lieblingsporno reinziehen. Dabei könnte er ja mit ALEXA Dirty Talk pflegen. So was ist zwar keine Musik, aber trotzdem geil.

    "Du bekommst gleich den Aal abgezogen", sagt sie im Originalton. „Ich butter dir dein Brötchen, du Dreamboy. Es wird Zeit, dass du auf der G-Saite spielst."

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    ANTHROPOZÄN
    KÜNSTLICHE INTELLIGENZ
    DAS ENDE? TEIL 2
    22. August 2017

    Der Mensch, den man mittlerweile User nennt, ist auf dem besten Weg, sich mit jeder Faser seines Herzens im Cyberspace zu verlieren. Der Sog, den diese virtuelle Parallelwelt auf sein Gehirn ausübt, ist einfach zu groß, basieren dessen neurophysiologisch-kognitiven Funktionen wie Wahrnehmung, Denken und Erinnern im Wesentlichen doch ebenso auf Virtualität und spiegeln dem Menschen die Welt lediglich vor, die es – außer in seinem Kopf – sonst so nicht gibt.

    Das instinktive Wissen darüber ist alt. Schon Platon ließ es im HÖHLENGLEICHNIS seiner Politeía anschaulich werden. Dort hocken die Menschen angekettet auf dem Boden einer finsteren Höhle und starren gebannt auf die Dinge, deren Schatten sie auf einer Höhlenwand an sich vorüberziehen sehen und diese für die Wirklichkeit halten. In Wahrheit aber befindet sich die Welt außerhalb der Höhle im Rücken der Menschen. Nur durch eine schmale Öffnung oben im Gestein mit dieser verbunden. Draußen wird die Welt von einem Feuer illuminiert, dessen flackerndes Licht die Schatten der Dinge durch die Öffnung an die Höhlenwand wirft, auf welche die Menschen gezwungenermaßen blicken.

    Platons Höhlengleichnis kommt nicht nur der morphologischen Struktur, sondern auch den spezifischen Funktionsweisen des visuellen Systems des Menschen ziemlich nah. Denn dessen Sehrinde genanntes Areal, das tief im Hinterhauptlappen des Gehirns verborgen liegt, erinnert an eine dunkle Höhle und ist dabei auch noch genau jener Ort, an dem der Mensch die Dinge tatsächlich sieht. Auf einer mikroanatomisch sich wölbenden Projektionsfläche in seinem Kopfkino wie auf einer Höhlenwand, höchst indirekt, vermutlich auch nur schemenhaft, aber letztlich virtuell, ohne dass er es bemerkte. Der Mensch sieht nicht mit Augen, er sieht mit seinem Gehirn.

    Die Dinge im Kopf ins Lot zu bringen und wirklich real und sinnvoll erscheinen zu lassen ist die wohl wichtigste Aufgabe des Gehirns. Vor allem aber die seiner kognitiven Funktionen, welche die Aufrechterhaltung der individuellen Orientierung und Stabilität gewährleisten und – den Ergebnissen seriöser Hirnforschung zufolge – sogar die Selbst-Empfindung lediglich simulieren, um den Menschen als vermeintlich ganzheitliches Wesen der Außenwelt gegenüber handlungsfähig zu erhalten. Denn auch die im Frontalhirn lokalisierten Ich-Empfindungen sind im Grunde nichts anderes als eine virtuose Simulation zentralnervös gesteuerter Prozesse, die sich im Unbewussten abspielen und dem Zugriff des Bewusstseins unweigerlich entziehen. „Es geht hier um ein Lügen ohne Vorsatz“, bemerkt Michael Gazzaniga in diesem Zusammenhang. „Es sind Illusionen, aber es sind sehr nützliche Illusionen. Wenn man die Ich-Instanz zerstört, kann der Mensch nicht mehr in komplexen Situationen handeln. Das wäre in etwa so, als wenn man jemandem, der ein kompliziertes Verkehrssystem leitet, seinen Computer wegnimmt. Dann ist er verloren.“

    Der Mensch ist nicht die selbstbestimmte Individualität, für die er sich hält, sein Selbst nur Suggestion, und die Wirklichkeit, in der er lebt, nichts als Imagination, zusammengeklittert aus Milliarden von Nervenimpulsen, die das Gehirn – als einzigen Kontakt zur Umwelt – nur über die Sinnesrezeptoren des Körpers empfangen kann, die es augenblicklich in elektrische Impulse umwandelt, um diese überhaupt bearbeiten zu können – Signale aus einer Welt, die es nicht kennt, sondern notgedrungen selbst kreieren muss.

    Der Cyberspace entlastet das per se träge, bevorzugt in eingefahrenen Gleisen arbeitende Gehirn, und vereinfacht dessen hochkomplexe und energieaufwendigen Transformations- und Täuschungsprozesse. Er setzt es gleichsam frei von Realität und lässt den Wahrnehmungsprozessen freien Lauf. Auch die Ich-Instanzen der Großhirnrinde finden Erleichterung, denn angesichts der imaginären Parallelwelt fühlt sich der User frei und hinterfragt sich nicht. Ganz im Gegenteil. Seiner Ich-Grenzen gleichsam entledigt kann er in jede Rolle schlüpfen und spielt mit der eigenen Identität, um sich die geheimsten Wünsche zu erfüllen. Die Realität schindet das Ich, der Cyberspace verflüssigt es. Das Gehirn scheint sich die ihm adäquate Weltmaschine erschaffen zu haben – es ist süchtig nach ihr. Virtualität trifft auf Virtualität. Eine evolutionsbiologisch fatale Koinzidenz – die digitale Mutation

    Der Cyberspace ist zur neuen Wirklichkeit des Menschen geworden. Er hat den offensichtlich in die Jahre gekommenen Blick auf die Welt, der über Jahrtausende hinweg der Vorherrschende war und all sein Fühlen, Denken und Handeln bestimmte, ins Innere der Virtualität abwandern lassen – in eine das Selbst entblößende Welt, die nicht etwa anderen, sondern gar keinen Gesetzmäßigkeiten mehr unterliegt. Der Mensch hat seine alte Wirklichkeit aus den Augen verloren und nur mehr solche fürs Display. Das Gehirn hat ihn in die Zange genommen und in eine genuin virtuelle Welt versetzt, die nicht mehr ins Virtuelle transformiert werden muss um den Menschen bei Sinnen zu halten. Sein ohnehin schon immer virtuelles ICH scheint endlich am (!) rechten Ort angekommen, um sich nicht mehr allzu ernst nehmen zu müssen – jetzt kann die Identität jede Wette eingehen.

    Der Identitäts-Shift, der das menschliche Wesen erfasst hat, kommt einem mentalen Paradigmenwechsel gleich und wird in seiner wahren Dimension fatalerweise nur unzureichend erkannt, wobei sich die wissenschaftliche Debatte möglicher Gründe im Regelfall auf die Problematisierung der Onlinesucht beschränkt und sich in der Skizzierung psychologischer Randphänomene erschöpft. Der Abhängige suche „nach neuen Handlungsmöglichkeiten“ und „fliehe vor der Realität“, heißt es da. Er unterläge „negativen Emotionen“ oder „persönlichen Problemen“, litte unter „Minderwertigkeitskomplexen“ oder hätte „Probleme mit der sozialen Kontaktaufnahme“, was zur „Vereinsamung“ führe. Eine Onlinesucht in diesem Sinne gäbe es gar nicht, halten andere dagegen, denn sie könne sich in den verschiedensten Formen äußern, so beispielsweise im „Chatten, Gamen oder Surfen“ oder im „Online-Porno-Konsum“. Von wegen, die Onlinesucht sei gar keine Krankheit, widersprechen andere. Es handele sich hierbei lediglich um Symptome anderer Grunderkrankungen wie der „Störung der Impulskontrolle“ oder der „Zwangsstörung“.

    Konfusion wohin man blickt. Ebenso ratlos zeigt man sich (wohl notwendigerweise) hinsichtlich möglicher Therapieansätze: So gibt es beispielsweise im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf seit 2009 eine sogenannte „PC-Sprechstunde“. Diese wendet sich an „Jugendliche, deren Internet- oder Computergebrauch so exzessiv wurde, dass er ein Problem darstellt. Für die meisten (!) Patienten bietet sich an, einmal in der Woche an unserem Gruppenprogramm ‚Lebenslust statt Online-Flucht’ teilzunehmen“, lässt eine Psychologin der Klinik wissen, die zu allem Überfluss auch noch Moll heißt.

    Überhaupt kriegen die Jugendlichen beim Thema Onlinesucht ihr Fett weg: fast 300 000 seien in Deutschland abhängig, behauptet der Deutschlandfunk im Februar 2017. 600 000, berichtet die SZ im darauf folgenden Mai. Aber nein doch, behaupten andere, nicht nur Jugendliche sind betroffen, sondern auch „Ältere“ und „Frauen“, das belegen unsere Statistiken. Von wegen, möchte man kontern, praktisch alle hängen mittlerweile im Netz. Selbst die Alten, wie man auf Reisen beobachten kann – da erübrigt sich jegliche Statistik.

    Aber bei allem hin und her, die der Onlinesucht zugrunde liegenden Prozesse sind grundsätzlich nicht pathologischer Natur, beruhen sie doch primär auf GESUNDEN und nicht etwa auf KRANKEN Hirnprozessen. Gehirn und Cyberspace sind wahlverwandt und treffen sich gleichsam auf kognitiver Ebene: Die virtuelle Welt macht es dem Gehirn bequem, also stellt es sich auf sie ein und passt sich an. Und dabei verändern sich zwangsläufig dessen Strukturen: neuronale Vernetzungsmuster nehmen einen anderen Charakter an und neuroanatomische Areale wachsen oder schrumpfen, je nach Grad des Gebrauchs und ihrer Aktivität. Das Gehirn verändert sich, je nach Aufgabe, mit der es sich konfrontiert sieht. Dessen KORTIKALE PLASTIZITÄT genannte Kapazität bewirkt die überlebensnotwendigen Anpassungsprozesse an die Umgebung des Menschen. Es passt ihn an die Wirklichkeit, in der er sich aufhält, an und garantiert seine Funktionsfähigkeit in ihr. Fatalerweise ist der Cyberspace zur vorherrschenden Lebenswirklichkeit des Menschen geworden – der Präferenzwelt des Gehirns in der es aus Bequemlichkeit die ihm adäquate Weltrepräsentanz gefunden hat. Der mentale Identitäts-Shift – der Mensch wird ein anderer.

    Fortsetzung folgt

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