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    Buch 1: DER RAUMLOSE RAUM
    Himmelsorgasmus
    Puzzle 34
    29. Mai 2014

    Der Himmel verdreht die Augen und gerät in Erregung: Sein Himmel! Verwundert wenden sich die Tannen zur Seite und schauen irritiert nach oben. Die Sterne funkeln und zwinkern ihm zu, und er, der unten nackt im Gras liegt, flimmert vor Aufregung. Besinnungslos zieht es ihn in die glitzernden Weiten hinauf, deren nächtlicher Tau auf seinen Körper herabtropft, als wäre der Himmel schon gekommen. Soweit er kann, schiebt er sein Becken dem irisierenden Nichts entgegen und will sich mit ihm vereinigen: In eine weit geöffnete Vulva hinein, in deren weichen Wellenbewegungen er sich liebend verliert. 

    Als die vielen Lichter, die ihm farbblitzend die Sinne verflüssigen, mit ihm explodieren, spritzt er weit über die Gräser hinweg und sinkt, erfüllt von honigsüßem Sturm auf die Erde zurück, blinzelt in den Himmel, den Sternen ins Auge, die jetzt ruhig auf ihn herableuchten, als wäre nichts geschehen.

    Er taumelt und tanzt die Hügel hinab. Sein Körper ist leicht, offenporig und ohne Kontur – ein Körper ohne Körper. Jetzt trägt er seinen Himmel in sich, und mit sich fort, für immer und weiter und immer weiter. Er ist glücklich. „Was hast du gesagt?“ Er schaut nach oben. Der Himmel leuchtet und bleibt stumm. Keine Antwort. Und er, ohne Fragen. Keine Frage, er ist in der Pubertät.

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